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Topmanager Prinzip - das Selbstexperiment

Werbung: Alle hier genannten Personen und Unternehmen wurden ohne Auftrag erwähnt.

Challenge

Am 18.02.2019 habe ich mir selbst eine Challenge auferlegt. Einzige Aufgabe: Jeden Tag für 10 Tage lang um fünf Uhr aufstehen. Bevor ihr hier weiterlest, müsst ihr eins wissen. Ich hasse es, früh aufzustehen. Die einzige Zeit meines Lebens, in der ich um 5:00 Uhr aufgestanden bin, war, als ich ein FSJ im Krankenhaus gemacht habe und Frühdienst hatte. Und das war wirklich hart für mich.
Deswegen konnte ich mir im Leben nicht vorstellen, jemals freiwillig so früh aufzustehen. Aber ich hab's gemacht und hier erfahrt ihr wieso, weshalb, warum und welche Auswirkungen das auf mein Leben hat.

Hintergrund

Die Großen machen es also vor. Apple-Chef Tim Cook, Twitter-Chef Jack Dorsey und Michelle Obama schwören darauf, um 4:30 Uhr aufzustehen. Irgendwas muss doch dran sein, dachte ich mir, als ich die Galileo Kurzreportage "Als Frühaufsteher zu mehr Erfolg" angeschaut habe (Das Video könnt ihr euch hier einmal ansehen). Ich war total angefixt. So einfach ist es also, erfolgreicher im Leben zu sein? Einfach früh aufstehen? Das wollte ich auch ausprobieren.  Wenn ihr wissen wollt, was das Topmanager Prinzip ist, dann schaut hier vorbei.
Da war er also, dieser tiefe und felsenfeste Entschluss, mich jetzt jeden Morgen um 5:00 Uhr (wie bei Galileo) aus dem Bett zu quälen. "Wer weiß", dachte ich, "wenn es die ultimative Lösung ist und ich es nicht ausprobiere, wäre ich ja ganz schön dumm". Gesagt getan und der Wecker für den nächsten Morgen war gestellt. Ich hatte natürlich echt Respekt vor der Herausforderung, weil ich wirklich kein Morgenmensch bin. Aber ich wusste, dass das ganze auch einfach Disziplin ist und ich wollte es mir auch selbst beweisen. Wenn ihr auf Instagram mitverfolgt habt, wie es mir die letzten Tage so ergangen ist, könnt ihr gerne bis Tag 11 runterscrollen :) Hier könnt ihr die Story noch einmal sehen.

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Tagesberichte:

Tag 1

Ich hätte es nicht erwartet, aber ich bin wirklich gut aus dem Bett gekommen, habe mir einen Kaffee gemacht und mich direkt an die Arbeit gesetzt. Ich würde sagen, dass ich heute schon mehr als an anderen Tagen geschafft habe und sehr produktiv war. Aber gegen 16 Uhr war ich mit meinen Kräften komplett am Ende und fühlte mich extrem schlapp. Ich hätte sicherlich einen Mittagsschlaf vertragen aber ich wollte durchhalten. Mit einem Kaffee ging es mir dann auch besser aber leider bin ich nicht wie geplant um 22 Uhr ins Bett gegangen.

Tag 2

Ich hatte es nicht anders erwartet, so spät wie ich im Bett war. Heute war ein richtiger Flopp. Ich kam so gar nicht aus dem Bett, war müde und bin gefühlt 5 Tode gestorben. Produktiv war ich auch nicht aber meine Klausur um 14 Uhr lief gut. Immerhin. Bin ich früh ins Bett gegangen? Drei Mal dürft ihr raten.

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Tag 3

Wow, das kam unerwartet. Das Aufstehen war nicht wirklich schlimm. Ich bin zwar ein paar Minuten länger im Bett geblieben, hab aber dann mit den Katzen gespielt, aufgeräumt, an meinem Protokoll gearbeitet und ein langes (aber längst fälliges) Telefonat geführt. Gegen 12 Uhr war ich einfach mit all den Aufgaben, die ich mir vorgenommen hatte, durch. Rekord. Dann hatte ich den ganzen Tag Besuch von einer Freundin. Müdigkeit kam nur auf, als ich so langsam Hunger bekam und gekocht habe. Meine Herausforderung heute war, um 21 Uhr zum Sport zu gehen. Früh ins Bett gehen würde nicht klappen und reichte meine Energie überhaupt zum Sport machen? Ich war erstaunt: Alles super.

 

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Tag 4

Vielleicht war das gute Gefühl ja nur Einbildung, denn heute habe ich einfach mal verschlafen. Man sagt ja, dass der Körper sich den Schlaf nimmt, den er braucht. Immerhin war es nur eine Stunde und wirklich gestört hat es am Ende nicht. Morgens habe ich fürs Wochenende gepackt, die Katzen für die Reise vorbereitet und  aufgeräumt. Ich fühlte mich richtig gut und habe den ganzen Tag an meinem Protokoll gearbeitet. Manchmal unterschätzt man sich bei solchen Aufgaben... Deswegen musste ich leider den ganzen Donnerstag bis abends daran arbeiten. Nicht schlimm. Gegen halb elf habe ich dann geschlafen.

Tag 5

Pünktlich um 5 Uhr bin ich aufgewacht und habe mich nochmal an Korrekturen für das Protokoll gesetzt. Mehr hatte ich nicht zu tun. Um 7 gab es dann ein leckeres Frühstück und weil wir so viel Zeit hatten (Meine Schwiegermama und ich), sind wir spazieren gegangen und durch die kleine Stadt gebummelt. Hat wirklich Spaß gemacht und der Vormittag war unendlich lang. Später kam ihre Freundin und wir sind einen Kaffee trinken gegangen, bevor ich mich auf den Weg nach Hamburg gemacht habe. Und das alles war noch vor halb eins. Krass, oder?
Am Abend war ich natürlich schon geschafft und müde. Aber wenn man mit Freunden und auf einem Seminar ist und dann auch noch Wochenende ansteht, ist früh schlafen gehen nicht so drin. Also bin ich gegen eins ins Bett gefallen und habe den nächsten Morgen gefürchtet. 

Tag 6

Meine Freundin wollte zum Glück auch so früh aufstehen, was das ganze leichter machte. Es gab ab halb 6 Frühstück im Hotel und das war für mich auch Motivation genug, aufzustehen. Für mein Ehrenamt hatte ich auch noch Aufgaben und der Text für den Workshop musste auch gelesen werden. Alles in allem war ich sehr fit, auch wenn ich morgens vier Tassen Kaffee getrunken habe. Aber es war Hotelkaffee, ich glaube, das zählt nicht. 
Während des Workshops war ich eigentlich die meiste Zeit konzentriert, ich war jetzt nie totmüde oder so. Abends bin ich sogar noch mit einer Freundin essen gegangen aber ab 22 Uhr war bei mir die Luft endgültig raus. Ich weiß noch, wie ich im Café saß, mit all den anderen um mich herum und mir die Augen zufielen. Das erste Mal in meinem Leben wäre ich im Sitzen eingeschlafen. Leider war ich am Samstag auch erst um eins im Bett.

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Tag 7

Wer hätte das gedacht... Tagelang spät ins Bett gehen ist sicherlich nicht gut für meinen Rhythmus gewesen und dementsprechend fühlte ich mich auch. Aber ich bin am Morgen duschen gegangen und hab unten beim Frühstück tatsächlich gearbeitet und so einiges geschafft. Auch während des Workshops war ich konzentriert und motiviert, also eigentlich alles super. Irgendwann gegen 19 Uhr war ich wirklich am Ende meiner Kräfte. Das war so offensichtlich, weil ich wirklich nur Müll erzählt und über alles gelacht habe. Dummerweise war ich erst um 22 Uhr zuhause und damit auch wieder viel zu spät im Bett, um mein Schlaf-Defizit auszugleichen.

Tag 8

Ein neuer Montag, eine neue Woche. Heute werde ich um 20 Uhr ins Bett gehen, schwöre ich mir beim Aufstehen. Heute hasste ich mich für diese Challenge. Ich war wirklich am Ende meiner Kräfte, einfach so müde und kaputt gewesen. Am liebsten wäre ich nach einer Stunde mühsamen wach-haltens wieder ins Bett gegangen aber das tat ich nicht. Irgendwie erschien mir das nicht sonderlich sinnvoll. Aber es ist auch nicht sinnvoll, morgens so müde zu sein, dass man sich nicht konzentrieren kann. Jedenfalls habe ich zwei Stunden lang wirklich gar nichts gemacht und mich mit Mühe und Not gezwungen, wach zu bleiben. Ich hätte locker im Sitzen schlafen können. Aber die Katzen haben mich gut abgelenkt. So ab 8 Uhr wurde ich dann langsam wach und hab mich an die Arbeit gemacht. Außerdem wollte ich unbedingt herausfinden, ob man wirklich jeden Tag so früh aufstehen muss oder ob es auch okay ist, hin und wieder mal auszuschlafen. Die Auflösung gibts beim Fazit. Während ich abends im Bett lag, bin ich auf einen Blog gestoßen, der von Sonnenaufgängen geschwärmt hat. Also dachte ich mir: "Wenn ich schon so früh aufstehe, dann will ich auch etwas davon haben." Der Entschluss war gefasst, morgen früh geht es zum Sonnenaufgang schauen.

Tag 9

Yes, ich habe mich um 20 Uhr hingelegt, war aber bis 22 Uhr wach. Egal, Hauptsache, der Körper konnte entspannen. Jedenfalls war ich topfit, als ich aufgewacht bin. Ich habe Frühstück gemacht und Kaffee in der Kanne vorbereitet, damit ich den am See beim Sonnenaufgang trinken kann. Nur eine Sache habe ich nicht ganz berücksichtigt. Es war unendlich kalt und feucht, sodass man nirgends sitzen konnte. Egal, gelohnt hat es sich trotzdem. Ich habe mich so sehr darauf gefreut, die Sonne beim Aufgehen zu beobachten, dass mir das aus dem Bett kommen gar nicht schwer gefallen ist. Wieder zuhause war ich super produktiv und hab echt eine Menge geschafft für meine Klausur. Gegen 16 Uhr war die Luft und Motivation aber raus und weil das Wetter so traumhaft war, sind wir Eis essen gegangen. Yummy

Tag 10

 

Wow, der letzte Tag und ich verschlafe. Scheinbar habe ich mir beim Snoozen den Wecker für Sonntag gestellt und nicht für heute. Also bin ich nicht um 5, sondern um 6:45 aufgewacht. Ich habe mich so darüber geärgert, dass ich sofort am Schreibtisch war. Schnell noch nachholen, was ich an Zeit verloren habe. Aber es war ehrlich gesagt gar nicht nötig. Ich bin gut durchgekommen und wieder war so gegen 16 Uhr die Luft raus. Dann sind wir halt wieder essen gegangen :D

 

Mittwochs habe ich ja immer Sport und ihr glaubt es nicht. Als ich da um halb 9 an der Bahnstation stand, war mein Leben für mich vorbei. Ich war so müde, ich hatte gar keine Kraft und war kurz davor, einfach wieder nach Hause zu fahren. Nach dem Sport war ich aber wieder super fit und hätte locker noch wach bleiben können. Aber um 23:15 lag ich dann (wieder mal zu spät) im Bett.

 

 

Tag 11 bis...

 

Ja, die Challenge geht nur 10 Tage. Aber ich habe mich entschlossen, weiter zu machen. Zumindest 21 Tage insgesamt, denn so lange braucht man, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Heute war ich wirklich sehr kurz davor, einfach weiter zu schlafen aber ich habe mich zusammengerissen und bin sofort aus dem Bett gehüpft. Als ich wach geworden bin, wusste ich gar nicht, dass schon 5 Uhr war. Vielleicht bin ich ja von alleine wach geworden, wer weiß?

 

Gedanken und Ziele

 

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Topmanager, ja oder nein? Ist diese Methode überhaupt die Richtige (für mich oder für euch)?
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Es ist nicht so leicht, so eine Frage nach 10 Tagen zu beantworten. Und darauf kommt es, glaube ich, auch gar nicht an. Denn eigentlich ist doch die viel wichtigere Frage, was man im Leben erreichen möchte. Und dann natürlich, wie man es machen möchte.
Ich glaube, dass man ein klares Ziel vor Augen braucht, um etwas durchzuziehen. Sei es diese Methode oder eine andere. Dieses Prinzip hat mir auf jeden Fall geholfen und deswegen möchte ich es gerne, zumindest für einen weiteren Zeitraum, anwenden.

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