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Vom geheimen Ordner zum Onlineshop

Werbung: Alle hier genannten Personen und Unternehmen wurden ohne Auftrag erwähnt.

Atena ist staatlich geprüfte Kommunikationswirtin, studiert in Vollzeit Wirtschaftsrecht und hat sich nebenbei selbständig gemacht. Mit gerade mal 22 Jahren hat sie ein kleines Unternehmen im kreativen Bereich gegründet. Auf ihrem Onlineshop verkauft sie moderne islamische Bilder. Was man sich darunter vorstellen kann und warum das Toleranz und Akzeptanz fördert, erklärt sie euch in diesem Interview.

 

Atena, du verkaufst islamische Bilder im modernen und minimalistischen Stil. Was ist anders als bisherige Kunst?

Viele islamische Kunstwerke haben so ihren eigenen Stil. Sie sind meist orientalisch aufgebaut und enthalten viele Muster. Diese Gestaltung von Bildern passt oftmals nicht zum heutigen Interieur oder ist für viele nicht ästhetisch genug. Ich selbst wollte mir damals meine islamischen Bilder nicht an die Wand hängen, obwohl ich sie wundervoll fand. Sie entsprachen für mich persönlich nicht meinem Verständnis von Ästhetik. Aber ich wollte Kunst, die sowohl islamisch als auch zeitgemäß ist.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Twelvearts zu gründen?

Ich war schon immer ein Fan von Seiten, die Zitate schön und modern gestaltet haben. Diese Bilder habe ich mir dann gekauft und fand sie wirklich klasse. Dadurch bin ich auch auf die Idee gekommen, islamische Aussprüche so ästhetisch zu designen, dass sie auch die jungen Menschen ansprechen. Ich habe mir gedacht: „warum nicht dieses Konzept nehmen und es mit der Schönheit des Islams verbinden?“ Und so entstanden dann die ersten Bilder und letztendlich auch Twelvearts.

 

 

Haben deine Kunstwerke eine bestimmte Message?

Als Künstlerin ist das meine Art und Weise, die schönen Werte des Islams zu zeigen. Mit Kunst kann man sehr viele Barrieren brechen. In erster Linie wird auf die Ästhetik geachtet und das Islamische kommt später. Man unterhält sich über das Design oder das Bild und dann vielleicht im nächsten Moment über die Botschaft. Und vielleicht regt es manche Menschen zum Nachdenken an. Wenn sie einen schönen Vers lesen, möchten sie im Koran blättern oder sich über den Islam informieren. Kunst kann also auch ein Vermittler von interreligiösem Dialog sein und eine gemeinsame Basis bilden.

Hast du denn auch nichtmuslimische Kunden?

Tatsächlich haben einige meiner nichtmuslimischen Freunde meine Bilder bei sich zuhause aufgehängt. Das finde ich wirklich toll. Es zeigt, dass wir uns durch Kunst über Religionen hinweg verstehen können.

 

Jeder Künstler hat seine Inspiration. Welche ist deine?

Für mich persönlich ist der Islam die schönste Inspirationsquelle, die es gibt. Ich schöpfe immer wieder Motivation und Lebensweisheiten daraus, die mich dann Tag für Tag inspirieren.

Erinnerst du dich an deine ersten Werke?

Ich habe eigentlich schon immer designt, aber alles in meinem geheimen Ordner auf dem Computer gehabt. Erst durch meine ehrenamtliche Arbeit vor etwa drei Jahren hat das Ganze wirklich angefangen. Ich habe für Gemeinden Flyer designt und Bilder erstellt, die Aussprüche und Verse enthielten. Das waren sozusagen meine ersten islamischen Werke.

 

Wo hast du die Skills erlernt?

Das habe ich mir wirklich alles selbst beigebracht. Schon in der Schule wollte ich immer gerne Präsentationen halten, weil das meine einzige Möglichkeit war, zu layouten (lacht). So habe ich dann vieles auch gelernt.

 

Welches war bisher dein größtes Projekt?

Das ist eine schwierige Frage. Aber ich durfte mal mit meiner Fotografie Teil einer Fotoausstellung mit einer Vernissage sein. Es ging um gesellschaftskritische Bilder. Dort sind dann wirklich Leute hingegangen, um sich meine Fotos anzusehen. Darauf war ich schon etwas stolz.

Wenn du an deinen Shop denkst, wie war dein Weg dahin?

Ich weiß noch, dass ich damals gedacht habe: „Okay Atena, die ganzen Bilder dürfen nicht mehr in deinem geheimen Ordner bleiben.“ Meine Freunde haben mich dann ermutigt, sie hochzuladen und die Resonanz war überwältigend. Ich hatte so viel positives Feedback nicht erwartet. Zuerst habe ich alles privat gemacht. Ich habe Bilder für Freunde, für ihre Neugeborenen oder Hochzeitsfeiern erstellt. Und dann habe ich gemerkt, dass mir das sehr viel Spaß macht und ich anderen einen Nutzen bringen kann. So kam dann der Entschluss, wirklich einen Shop zu eröffnen, um professionell zu arbeiten. Das ist mir nämlich sehr wichtig.

 

 

Hattest du jemals Selbstzweifel?

Selbstzweifel waren es nicht. Es war aber auch keine Entscheidung von heute auf morgen, das steht fest. Ich habe mir ganz lange Gedanken über Gott und die Welt gemacht, bis ich mich entschieden habe. Aber am Ende sagte ich mir, hey wir sind jung, wir müssen einfach machen, einfach den ersten Schritt wagen.

 

 

Gibt es eigentlich Dinge, die dich an deiner Arbeit stören?

Tatsächlich habe ich nur Positives erlebt. Es gab nie Hass oder schlechtes Feedback. Ich freue mich immer über konstruktive Kritik und versuche sie dann auch umzusetzen.

 

 

Wie managest du Shop und Studium gleichzeitig?

Man braucht ein sehr gutes Zeitmanagement (lacht). Aber wenn deine Arbeit dich erfüllt, dann ist es eigentlich auch sehr entspannend.

Du hast erst ein duales Studium an einer Marketingakademie gemacht und jetzt studierst du Wirtschaftsrecht. Was hat dich dazu bewegt?

Während der Zeit in der Marketingakademie habe ich gemerkt, dass ich mich für Jura interessiere. Deswegen habe ich mich dazu entschieden, Wirtschaftsrecht zu studieren. Ich habe mir eigentlich gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht, es hat sich einfach ergeben und richtig angefühlt.

 

 

Was möchtest du anderen Frauen mitgeben, die ähnliche Ambitionen haben?

Mädels, macht! Macht einfach. Macht worauf ihr Lust habt, geht den ersten Schritt und habt keine Angst. Vor allem wenn das, was ihr tut, einen Nutzen hat. Ich sage immer, „If you never try, you’ll never know”. Und ganz wichtig, supportet euch gegenseitig. Wenn ihr seht, dass jemand etwas ganz Tolles gemacht hat, unterstützt es, kauft es, verbreitet es. Support ist alles.

 

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